Man hat es wieder eilig – Aufstiegsgelabere
Kaum ein Tag ist die alte Saison 2010/11 beendet, beziehungsweise sie ist ja noch nicht mal zuende, da die Relegationsspiele noch stattfinden, dennoch wird sich in den Blättern schon der erste mediale Aufstiegsdruck zusammen gebastelt. Krings überimmt dabei in der WZ eine Vorreiterrolle: Die Mannschaft “wird nächste Saison um den Aufstieg mitspielen: Weil sie als Mannschaft stark genug dazu ist. “
So also ist das. Früher Druck frisst das Budget. Als hätten gerade wir, die Fortuna, genau dies nicht gelernt in den vergangenen dreizehn Jahren. Als wären wir niemals in die Bauernliga abgestiegen, vor 2.100 Zuschauern gegen Stuttgarter Kickers oder 4.000 in der Arena gegen Hamburgs Zweite gespielt. Also wären wir beinahe nicht liquidiert worden. All dies nur, weil panische Funkionäre sich dem medialen Druck beugten und Unsummen von Geldern in den Sand setzten.
So schnell verliert sich Geschichte und schleicht Ungeduld heran …
Greuther Fürth – Fortuna 1:1
Zum Saisonfinale trat Fortuna heute im Ananasspiel bei den Bayern-Schwaben-Franken in Greuth und Fürth an. Für uns ging es um nicht viel, für die Greuther hieß es, auf einen Ausrutscher des Drittplatzierten zu hoffen, um noch eine Restchance auf den Aufstieg zu haben. War aber sinnlos, da Bochum letztlich als Dritter sein Spiel gewann und damit den Relegationsplatz belegt.
Damit hieß es für Fortuna, Plätze gut zu machen, um noch einwenig die Fernsehgelder zu erhöhen. Jeder Rang bedeutet nämlich so um die 250.000 Euro oder etwas mehr (für uns natürlich minus 30 %). Mit zwei Rängen höher als vor dem Spieltag wäre dann auch Ilsö bezahlt.
So kam es auch, Fortuna landete auf Platz Sieben. Dynamite bezahlt.
Wer hätte das übrigens noch während der Hinrunde gedacht? Nach dem sechsten Spieltag punktloser Letzter und nun so eine geile Aufholjagd. Rückrundenvierter, Zuschauerzwoter und Heimerster. Was sollen wir da mehr wollen?
Ohne Torwart hättet Ihr ‘ne Chance
Fortuna Düsseldorf – Alemannia Aachen 3:1 (2:1)
Tore: 1:0 Langeneke (14., Foulelfmeter), 2:0 Rösler (22., Foulelfmeter), 2:1 Stehle (45.+1), 3:1 Beister (70.)Zuschauer: 20.100 (ausverkauft)
“Ohne Torwart hättet Ihr ‘ne Chance“. So schallte es nach den beiden Elfern beim heutigen Spiel gegen die schwarzgelben Kölner durch das Ausweich-Stadion. Beide Elfer waren in einer Notbremse der Torhüter begründet. Binnen nur acht Minuten holte zuerst Torwart Hoh den “durchgewesenen” Sascha Rösler von den Beinen und anschließend sein Ersatz Krumpen noch Maxilmillian Beister. Zwei Karten, zwei Keeper, zwei Elfer, zwei Tore. Die erste Notbremse endete nämlich mit einem Platzverweis für Hoh und in Treffer Nummer acht für Langeneke, für die zweite Notbremse gab es nur die Gelbe, Rösler verwandelte.
Den Anschlusstreffer der auf zehn Spieler dezimierten Gäste erzielten die Aachener in der Nachspielzeit von Hälfe Eins, ein Kopfballtor nach Ecke. Beister machte dann in Hälfte zwei mit einem grandiosen Fernschuss aus mehr als 25 Metern den Sieg perfekt.
Fortuna damit die stärkste Heimmannschaft in Liga Zwei und eventuell (wenn Bayern nicht gewinnt) auch in Liga Eins. Ob es an der Lena-Arena lag, den drei tollen Spielen dort, der durchaus abwechselungsreichen Stimmung oder einfach nur am beinahe unheimlichen Heimnimbus? Eigentlich ist es egal, ob Arena oder Ausweichstadion, heute beim ausverkauften Haus gab es wieder tolle Stimmung im ganzen “Rund”.
Fortuna hat mit diesem Sieg den erwarteten einstelligen Tabellenplatz sicher. Ob das Plus der Fernsehgelder durch die bessere Platzierung die Sieg- und Auflaufprämien überwiegt, weiß ich nicht, dennoch muss man zweifellos konstatieren, dass diese Saison hoch interessant war und die sportliche wie finanzielle Entwicklung (zumindest oberflächlich betrachtet) deutlich positiv ist.
Vorschau Fortuna – Aachen
Am Sonntag findet das letzte Heimspiel der aktuellen Spielzeit (13.30 Uhr) statt. Damit wird eine durchaus aufregende Saison beendet, die mit einer Auftaktmisere aus der Kategorie “sonderbar” begann und mit einer grandiosen Aufholjagd endete. Im Nachhinein kann man über die Ursachen spekulieren, aber eine wichtige Rolle spielte wohl der “Sonderstatus” gewisser Spieler, was dazu führte, dass die Mannschaft nicht Hundertprozent aus sich heraus holte und die ersten, durchaus gewinnbaren Spiele dennoch verlor.
Gottseidank reagierten Trainer und Sportdirektor zügig und änderten sowohl System als auch Aufstellung. Auch die seinerzeit von mir kritisch gesehene Nachverpflichtung hat sich als richtig erwiesen. Mit Sascha Rösler kam exakt der passende Spieler zur passenden Zeit. Bringt auch nicht jede sportliche Leitung fertig, die eigenen Fehler so sauber zu korrigieren.
Irgendwie bleibt nur der Nachgeschmack, wie das Sonntagsspiel gegen die Schwarzgelben wohl aussehen würde, hätte es die Sechs-Spiele-Serie nicht gegeben. Dann wäre es womöglich ein Spiel um den Relegationsplatz und keines um die Ananas. Wer weiß.
Jedenfalls darf Fortuna zum dritten und letzten Mal im Ersatzstadion antreten und der Lena-Arena damit ein letztes volles Spiel mit grandioser Kulisse bescheren. Vielleicht wird es ja ein Spiel der Marke “Kür”. Immerhin geht’s bei den Aachener auch nicht mehr um viel.
Bingo, Osama hat’s gelatzt
Per Eilmeldung ging heute morgen durch die Gazetten, dass es den Chefideologen der Friedensreligion, Osama bin Laden, nun endlich doch erwischt hat. Spezialeinheiten brachten den Massenmörder um die Ecke und haben ihn gleich zu Adolf hinauf ins Paradies geschickt. Ein guter Tag für die Demokratie.
Trotz der Erfolgsmeldung gibt es reichlich Islamisten, beispielsweise die Islambruderschaft, die nicht an das Ableben Osamas glauben und ihrem Freund huldigen:
Soviel dazu, mit dem Tod des Chefideologen sei der Islamterror beendet (zum Lesen des Screenshots eventuell drauf klicken und vergrößern).
Spiel in der Endphase, Karlsruhe – Fortuna 2:2
Mit einer wenig ansprechenden Leistung gelang Fortuna am Freitag beim abstiegsbedrohten KSC ein respektables Unentschieden. Dabei liefen die Düsseldorfer 80 Minuten etwas fahrig über dem Platz, Langeneke sprach von einem gekauften Tag, errangen aber in den letzten zehn Minuten einen durchaus staunenswerten Ausgleich. Angesprochener Langeneke versäbelte sogar einen Elfer.
Fortuna damit im oberen Mittelfeld und so langsam tröpfelt die Saison dem Ende entgegen. Noch einmal gegen die Gelbschwarzen aus Aachen und dann ist auch mit dem Ausweichstadion Schluss. Der Mannschaft kann man nach der Saison nur Respekt zollen, hält man sich den katastrophalen Start vor Augen.
Zoundi Poker geht weiter
Vor dem morgigen Spiel gegen den ersten Absteiger, Arminia Bielefeld, gibt es mal wieder reichlich Hintergrundgeräusche. Nach dem öffentlichen Hickhack um die Vertragsverlängerung von Zoundi zu Anfang des Jahres, der darauffolgenden Sendepause und schließlichen Beendigung seines Vertrages mit dem Auslaufen, kommt nun der zweite Akt.
Spielerberater und Ex-Fortune Axel Lawarée spielt diesmal nicht die Tastatur des Balles, sondern musiziert auf den Noten der öffentlichen Meinung. In der Westdeutschen Zeitung gibt er nämlich seine Sicht der Dinge zum Besten:
“WZ: Die Rede war von 280 000 Euro, die Zoundi verlangt hätte.
Lawarée: Eine völlig falsche Summe, das waren insgesamt rund 100 000 Euro weniger. Man darf nicht vergessen, dass Patrick bisher für ein vergleichsweise geringes Gehalt gespielt hat und immer besser geworden ist. Mit unserem Vorschlag wäre er gerade unter die besten zehn in der Gehaltsliste gestiegen. Am Ende ging es um einen Unterschied von insgesamt nur 6000 Euro.”
Es mutet schon recht seltsam an, wenn hier ein Spielerberater öffentlich die Eckpunkte des Verhandlungspokers herausposaunt. Hinzu kommt, dass Lawarée wenig professionell agiert, wenn er als Berater nicht mit allen Mitteln versucht, das Beste für seinen Mandanten heraus zu schlagen. Sein Interview wirkt da eher nach amateurhafter Vertretung auf den Leser:
”Lawarée: … Für Irritationen sorgte dann wohl ein Anwalt-Schreiben des Beraters aus Burkina-Faso, dass Fortuna nur mit ihm verhandeln dürfte.
WZ: Klingt wirklich nach Chaos.
Lawarée: Ja, aber selbst dann hätte die Fortuna doch auf Patrick oder uns zukommen und uns sagen können, dass wir dafür zunächst eine Lösung finden sollen.”
Egal wie beliebt Lawarée als Spieler war, aber öffentlich die Wäsche zu waschen, naja, da kann man nun wahrhaft unterschiedlicher Meinung sein. Schade um Zoundi, aber aus der Sicht nach diesem Interview hat der Verein alles richtig gemacht.
Fümmeneunzich Olé
Lena-Stadion gegen Union 3:0
Viele hatten vor dem heutigen Spiel gegen die ebenfalls im Mittelfeld browsenden Unioner ein abermaliges 1:0 als Endstand befürchtet. Zudem es war beileibe nicht ausgemacht, dass es ein 1:0 zu unseren Gunsten hätte werden müssen. Aber Pustekuchen, beide Teams brachen heute mit der ewigen Tradition, sich mit nur einem Treffer zu trennen. Denn Union lief mehr als indisponiert auf dem Platz des Lena-Stadions umher und brachte eigentlich kaum etwas Ordentliches zustande.
Fortuna gewann damit das Spiel mehr als verdient mit 3:0, kritischer Elfer hin oder her. Sascha Rösler war der erste Schütze, Lumpi und Ilsö komplettieren die Statistik.
Ebenfalls erfreulich war die grandiose Stimmung im Lena-Stadion, erinnerte an die Tage im Mai. So darf es dann die letzten beiden Spiele ruhig weiter gehen. Mehr Kurzweile wird es nirgendwo im deutschen Fußball geben, auch ohne rot-weiße Brille. So schnell und beinahe im Fluge habe ich wirklich noch nie ein Spiel erlebt …
Die heutige Zuschauerzahl.
Islö durch die Mitte, hier als hängede Spitze.
Probate Mittel fanden die Gäste heute des öfteren nur im Foulspiel.
Der Elfer, Premierentor im Lena-Stadion, offiziell “airberlin world”.
Und so sieht das Stadion von außen aus, rote Stoffbahnen verkleiden die Stahlrohrtribünen, Turf bedeckt die Fläche und wie gewohnt die übliche Gastronomie.
Oberhausen – Fortuna 1:2
Mit dem Sieg in Oberhausen ist Fortuna in dieser Saison unabsteigbar geworden, eine nach der Sechsspielepleite zum Auftakt hervorragende Bilanz. Was gewesen wäre, wenn die ersten sechs Spiele nicht so dermaßen in die Hose gegangen wäre?
Müßig zu fragen, denn die Aufsteiger hat man eindeutig gegen Hertha und Augsburg gewesen. Beide Teams zählen von der Spielanlage, den taktischen und finanziellen Fähigkeiten definitiv zu den beiden besten Mannschaften gegen die wir spielen mussten. Zu Recht stehen beide auch zur Zeit auf den Aufstiegplätzen. Fortunas Spielkunst reicht da bestimmt nicht dran und der von manchem Fan herbeigesehnte Aufstieg zu jetziger Saison wäre in diesem Licht reine Illusion.
Fortuna ist noch nicht reif für den Aufstieg. Denn sieht man unsere Vergangenheit, die erfolglose und letztlich letale Fahrstuhlzeit, ist klar, einen Gewaltaufstieg darf es nie wieder geben. Nur mit struktureller Reife werden wir risikolos aufsteigbar. Schaut man sich nämlich ohne rotweiße Brille bei den Nachbar-Klapps mal um, wie die das so machen, wird einem rasch klar, dass am Broich noch tiefste Steinzeit herrscht. Und das bestrifft nicht nur das halbmarode Paul Janes Stadion und die viel zu knappen Trainingsressourcen, sondern die komplette Nachwuchsarbeit, die schicke aber hoffungslos antiquierte Geschäftsstelle, den Gusto der Funktionäre und und und - einfach so gut wie alles. Lediglich die Stockumer Plätze bieten einen Hauch von Professionalität. Ob das jedoch reicht?
Nicht nur die generellen Gegebenheiten bei Fortuna sind alles andere als aufstiegsreif, auch die aktuelle Situation ist es. Mit der derzeitigen Mannschaft und dem eher mageren Budget ist ein Aufstieg reichlich illusorisch. Solange wir finanziell im ersten Team fast eine ganze “Klasse tiefer spielen” als manch anderes Team, bleibt die Erste Liga Traum.
Und genau das sah man auch heute auf dem Platz. Oberhausen als designierter Absteiger zeigte sich mehr als ratlos und ging mit einem Elfer in Führung. Fortuna fiel dazu nicht viel ein und erhielt mit richtig satt Dusel ebenfalls einen Elfer und konnte so innerhalb von drei Minuten das Spiel drehen. Das war ein riesen Glück, weniger spielerisches Auftrumpfen.
Bleiben wir also auf dem Teppich und erwarten, dass der Verein das Beste aus seinen noch beschränkten Möglichkeiten herausholt. Wolkenkuckucksheime sind da nicht hilfreich, sondern schaden eher …








