Poker um Zoundi
In der Rheinischen Post wurde heute ein Artikel veröffentlicht, in dem die Vertragsverhandlungen von Mittelfeldakteur Patrick Zoundi Thema sind. Eigentlich ist so eine Meldung ja Normalität, Spieler stehen in Verhandlungen mit dem Verein und irgendwann wird dann Vollzug gemeldet und manchmal auch einige Fakten geannt – oder eben auch nicht.
Was an dieser speziellen Meldung jedoch wenig normal erscheint, ist, dass eine spekulative Summe und ein beinaher detaillierter Wasserstand bemeldet wird - schon vor Vertragsunterschrift: ”es gab inzwischen schon acht Runden [Vertragsverhandlungen] … Gehaltsvorstellung: 280-000 Euro. Pro Jahr“
Wer den Verein einwenig kennt, weiß, dass hinter so einer Meldung ein bestimmtes Interesse steht. Will sagen, jemand hat diese Zahlen an Jolitz lanciert, um irgendetwas zu erreichen. Sei es, um Zoundi unter Druck zu setzen, sei es, um seinen Abgang vorzubereiten und ein Hickhack wie bei Cakir zu vermeiden. Man weiß es nicht genau.
Ungewöhnlich ist, wenn man sich in den letzten Jahren an ein zunehmend seriöser geführtes Verhandlungsgeschäft gewöhnt hat, wie nun auf einmal der Verein “in alte Zeiten” zurück verfällt. Alte Zeiten im Sinne desaströser Vereinspolitik, -meierei und Gockelattitüden auf dem Misthaufen verfehlter Konsolidierung. Die Außenwirkung ist jedenfalls so und der/die Verantwortliche/n für so ein Fortuna-Leak sollten sich dessen bewusst sein.
Die Wahrscheinlichkeit ist mit diesem Leak hoch, dass Zoundi uns Ende der Saison verlassen wird. Schade, denn sein früher Treffer in Osnabrück zum 0:1 hat – machen wir uns nichts vor – die Wende in dieser Saison eingeläutet. Ein beinahe so wichtiger Treffer wie Christs 1:0 gegen die Fische in Liga Drei. Nichtsdestotrotz sind die Verantwortlichen gut beraten, die Gehälter nicht in die Öffentlichkeit gelangen zu lassen und möglichst ein homogenes Gefüge herzustellen. Gefügestörungen sind kein halbes Jahr her und man hat gesehen, was diese bewirken, trotz bunter Samba-Einlagen. Öffentlich muss sowas bestimmt nicht sein.
Ergänzung, 20.00 Uhr: Erste deftige Fanreaktionen. Hier wird sogar “frohlockt”, weil er durch den Bänderriss dem Verein einen Vorteil beschert, Screenshot:
Ergänzung 02.02.10: Die Vertragsverhandlungen mit Zoundi sind unterbrochen worden, denn der Verein ”sieht die Diskussionspause als Basisvoraussetzung für die weitere Zusammenarbeit mit Zoundi an. Angeblich soll der Spielerberater [...] den Gehaltspreis seines Schützlings nicht unerheblich nach oben geschraubt haben.” Für beide Seiten sicherlich der beste Weg. Weitere Verhandlungen – egal ob mit oder ohne erfolgreichem Abschluss - nun bitte hinter verschlossener Tür.


Ganz anders liest sich das aus Fortuna Sicht: http://www2.fortuna-duesseldorf.de/nc/pages/news/uebersicht-news/artikel/article/vertragsverhandlungen-mit-patrick-zoundi-ausgesetzt/index.htm .
Danach ist es angeblich so, dass mit der Verhandlungspause Ruhe in die Sache gebracht werden soll. Weiter verhandelt – kann man zwischen den Zeilen lesen – wird nur, wenn in Zukunft nicht mehr über die Verhandlungen mit der Presse geplaudert wird.
ich glaube (!) nicht, dass Werner oder Tecki als Urheber infrage kommen, sondern eher einer der “Unerfahreneren”. Jedenfalls ist das Zurückrudern schon deutlich. Wie auch immer, Zoundi wird so oder so kräftig an Standing im Verein eingebüßt haben.
Bei Tecki hätte es auch zuerst im Express und nicht in der RP gestanden. Und Werner kennt man ja eher als Mann des stillen Verhandelns.
Exakt. Mit diesem Leak wird Antipathie gegen den bisher überaus beliebten Zoundi geschürrt, um seinen Abgang zum Saisonende vorzubereiten. War da nicht auch was mit einem freundlichen Bayern, der sich für die Fortuna immer einen Kipparsch gerannt und einige wichtige Tore geschossen hat? Den ist man doch auch auf diese Weise (“unrealistische Gehaltsvorstellungen”) losgeworden. Wer steckt dahinter? Der Manager Sport?