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Marbach, Marbach, nicht schon wieder …

5. März 2011

Marbach, Marbach, nicht schon wieder,” so meint man dieses Deja vu zu vernehmen, als vorgestern in den Zeitungen stand, unser Ex-stellvertretender ARV Jürgen Marbach würde sich zur kommenden JMV wieder zur Wahl stellen. 

Dass Ex-Postenträger sich wiederholt wählen lassen ist ja absolut nichts weltbewegendes, sowas passiert jeden Tag, millionenfach. Dass aber Ex-Postenträger so mitten in der Legislatur sang- und klanglos die Brocken hinschmeißen, um drei Jahre später wieder aufzutauchen und sich abermals Hoffnung auf einen Posten machen, ist schon recht skurril. Skurril deshalb, weil Marbach dem Vernehmen nach schon vor der JMV am 30.April.2008 Verhandlungen über den Posten als Geschäftsführer in Wolfsburg geführt haben musste, obwohl er zu o.g. Termin kandidierte und auch gewählt wurde. Was für ein Kabarettstück, sich für drei Jahre wählen lassen und sechs Wochen später den Schwanz einziehen. Hänschenklein Taktik.

Gesagt getan. Weg war er.

Nebenbei ist es vereinshistorisch bemerkenswert, dass die durch Erwins Tod und Marbachs Fahnenflucht entstandene Vakanz nun von Reinhold Ernst ausgefüllt wurde. Mit dem renommierten Anwalt gelang es, viele Altlasten aus Zeiten der Nachjahrtausendwende, der Achenbachs, Steffes-Holländers und Erwins und auch Marbachs, wenigstens juristisch wasserdicht zu verpacken. In intensiven Verhandlungen erreichte man zudem, der Fortuna wieder eine Zukunft zu geben, die es unter Großonkel Erwin und seinen Vorgängern nicht mehr gegeben hatte. Ernst hatte nämlich einen Verein am Abgrund übernommen, der sowohl finanziell als auch rechtlich auf sehr wackeligen Füßen stand. Man munkelte sogar, die Verhältnisse seien so schlimm gewesen, dass der Verein knapp vor der Insolvenz war, möglicherweise sogar ante liquidationem (kurz vorm AUS) gewesen ist.

Ursachen dieses miserablen Zustands waren die Vorgänger an der Spitze und der zu Marbachs Zeiten von Oberbürgermeister Erwin dominierte Verein. In Interviews zu seinem stante pedes Wechsel umschrieb dies Marbach erstaunlich offen und direkt. Zur Erwinschen Attitüde, alles Wichtige über den AR und nciht dem Vorstand zu beschließen meinte er nämlich: “Der Aufsichtsrat der Fortuna mischt viel mehr im operativen Geschäft mit, als es bei anderen Vereinen üblich ist. Den Vertrag mit Trainer Norbert Meier zum Beispiel habe ich zwischen Weihnachten und Neujahr auf meiner Couch geschlossen“.

Magath, seinerzeit Trainer in Wolfsburg und damit neuer Kumpel Marbachs, formulierte es in der WAZ so: Marbach “hat Erfahrung im Management-Bereich und im Fußball. Er war im Düsseldorfer Aufsichtsrat. Und die Fortuna ist ja kein einfacher Klub“. Deutliche Formulierungen, die man eher über einen desaströs geführten Verein hört, als über einen seriösen Klapp.

Ärgerlich nur, dass Marbach diese Herausforderung nicht annahm, bzw. erst annahm und kurze Zeit später dann wegwischte wie einen Fliegenschiss. Erfreulich war dann andererseits das knappe Jahr mit dem neuen ARV R. Ernst. Der konnte nur kommen, weil Marbach ging. Und Ernst hinterließ eine mehr als respektable Bilanz, zu der seine Vorgänger und seine Kollegen nicht fähig gewesen waren. Marbach eingeschlossen.

Nach seinem Weggang hörte man hin und wieder von Marbach, wie sehr ihm der Verein Fortuna doch am Herzen lag. Selbst Superausleihen aus Wolfsburg wollte er mit dem Verein arrangieren: “Als Zweitligist ist Fortuna bei Ausleihgeschäften natürlich deutlich attraktiver, von der Leistungsdichte näher dran“. Woraus  natürlich nichts wurde. Große Worte, wenig Schmalz. Erst später, mit Beginn der aktuellen Saison 2010/11 kam eine Ausleihe zustande, Wellington. Die endete aber mehr als Missverständnis, denn als Hilfe für Fortuna.

Dafür stieg dann Henkel, Urdüsseldorfer Unternehmen und legendärer Ex-Sponsor der Fortuna, bei den Wolfsburgern ein. Ein mehr als bitterer Beigeschmack, der ganz offensichtlich was mit Marbach zu tun hatte und am 01.Juli.2009 stattfand, folgt man Veröffentlichungen des Henkel-Konzerns.

Natürlich, jeder Manager kann machen, was er für sein Unternehmen für richtig hält. Absolut keine Frage. Kritisch wird es nur dann, wenn man als Führungspersönlichkeit sich wählen lässt, sechs Wochen später das schlingernde Schiff verlässt und drei Jahre später erneut auf der Matte steht. Sehr fragwürdig sowas. Frei nach dem Motto, Aufsichtsrat-Nomade ist auch was schönes.

Wie sicher ist man zukünftig, dass Marbach nicht erneut einen Geistesblitz hat und suddenly bei Hoppenheim anheuert. Wie sicher? Wie weit nutzt er seine bei Fortuna im AR geknüpften und gepflegten Kontakte bei einer erneuten Nomadenschaft zu einem weiteren Verein und “entführt” abermals in Düsseldorf entwickelte Netzwerke zu anderen Vereinen?

Dies alles sind Fragen, die auch vor dem Hintergrund Berechtigung erhalten, dass Marbach schon vor mehr als einem Jahr, im Dezember 2009, seinen Vertrag bei Wolfsburg auflöste oder aufgelöst bekam, nach nicht mal mehr als anderthab Jahren dort. Als Manager! Sichtbar wird durch solche Larifari-Engagements eher eine gewisse  Unzuverlässigkeit als ein standfester Manager. Manager auf Kurzzeitposten, sozusagen.

Und rasend schnell dann wieder im Gespräch bei Fortuna, nur einen Tag später, WZ. Dabei lief es in Wolfsburg für Marbach nicht gerade supidupi, trotz der Meisterschaft, die ja noch in großen Teilen aus der Arbeit seiner Vorgänger resultierte. Die Welt formulierte es so: “Geschäftsführer Jürgen Marbach kämpfte vergebens um Profilschärfung in der öffentlichen Wahrnehmung“, eine nicht sehr erfolgreiche Beurteilung.  

Alles Attribute, die einen Marbach II bei Fortuna als wenig fundiert erscheinen lassen. Um es kurz zu machen: Marbach, Marbach, nicht schon wieder …

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